Miteinander – Füreinander:

Am 23.02.2021 wurde der Startschuss des neuen Bundesprogrammes der Mehrgenerationenhäuser mit einem gut einstündigen Livestream durch die Familienministerin Franziska Giffey gegeben.

Als erstes bedankte sich Frau Giffey bei den Mitarbeitern der 530 MGHs (bundesweit gibt es etwa 40.000 Freiwillige und 22.000 Angebote) für die geleistete Arbeit während der Pandemie. Die Arbeit wird gebraucht, es kann gemeinsam mit den Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen Großartiges geleistet werden. Der BUND kann nur Modellvorhaben finanzieren, aber durch das neue MGH-Programm „Miteinander – Füreinander“ mit einer Förderzeit von 8 Jahren ist eine großartige Perspektive gegeben. Hieran sieht man wie wichtig die Arbeit der MGHs in allen Kommunen ist. Ziele sind die Schaffung von gleichwertigen Lebensverhältnissen, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und Förderung des sozialen Zusammenhalts. Echte Begegnungen, wie sie im MGH gefördert werden, sind das Wichtigste. Zu Zeiten von Corona müssen allerdings zusätzlich digitale Formate ausgeweitet und neue Wege gefunden werden. Aus diesem Grund können alle Häuser eine zusätzliche digitale Förderung von 1000€ und digitale Beratung beantragen.

Durch das neue MGH-Programm wird Bewährtes weiter unterstützt, d.h. das Engagement von Ehrenamtlichen, generationenübergreifendes Arbeiten, Zusammenarbeit und Zusammenhalt im Sozialraum, Demokratie und Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse.

Frau Klug von der Bertelsmann Stiftung beschreibt die verschiedenen Demografietypen, in die die Kommunen eingeteilt wurden. Unser MGH Johanneshaus ist im Demografie-Typ IV zu verorten; strukturschwacher, ländlicher Raum. Wichtige Indikatoren sind hierbei Wohnen und Arbeit, neben Altersstruktur und Migration.

Frau Klug betont, dass die MGHs dazu beitragen, dass Gemeinschaftsgefühl herzustellen. Detlef Scheele, Vorsitzender der Bundesagentur für Arbeit, spricht von den MGHs als „Orte der Ermutigung“, wenn man sich in einem Ort wohlfühlt, trägt es zum Austausch der Menschen zu bestimmten Themen (z.B. Arbeit) bei. Den Mehrwert liefern die ehrenamtlich Engagierten, die u.a. als gute Mentoren und Lückenfüller (für ausgefallene Praktika, Berufsberatung) in Zeiten der Pandemie dienen. Insgesamt sind die MGHS ein guter Partner der Bundesagentur für Arbeit, Menschen werden auf das Berufsleben vorbereitet, aus diesem Grund wurde von der Familienministerin und Herrn Scheele ein Kooperationsvertrag während des Livestreams unterzeichnet. Die Zusammenarbeit zwischen den MGHs und der Arbeitsagentur besteht seit 13 Jahren. Nach so langer Förderung durch den BUND darf laut Scheele kein Zweifel am Fortbestand der MGHs bestehen. Die konkrete Zusammenarbeit wird kommunal entschieden, je nach Bedarf der Bürger. Durch die 530 MGHs deutschlandweit entsteht ein fast flächendeckendes Netz.

Der neue Imagefilm der Mehrgenerationenhäuser wurde vorgestellt und noch einmal auf die Funktionen und Ziele der MGHs eingegangen: Vielfalt, Schaffung gleichwertiger Lebensziele, dadurch Steigerung der Lebensqualität, Bedarfe feststellen durch Sozialraumorientierung, nah an den Menschen dran sein, niemand bleibt allein, alle sind willkommen, Jung und Alt ziehen an einem Strang, Engagement spielt eine zentrale Rolle, Bildungsangebote sind für alle offen, Nachhaltigkeit z.B. durch Tauschbörsen, aktives Mitgestalten, Anregung von Veränderungsprozessen, Sprachrohr der Bürger, Stärkung der Gemeinschaft, Orte der Begegnung, von Menschen für Menschen.

Im Livestreams wurde ein Blick in die Arbeit des MGH Gotha in den Sonderschwerpunkt „Förderung der Lese-, Schreib- und Rechenkompetenzen“ gewährt. Es wurde ein Film des MGH Gotha gezeigt und ein kleines Interview mit der Leiterin Julia Krebs geführt. Ganz klar wird hierbei, dass Beziehungsarbeit vor Ort wichtig und nötig ist, um Zugang zu den Menschen zu bekommen und um durch die Vertrauensarbeit weitere Schritte (z.B. Anmeldung zu passgenauen Hilfeleistungen, wie z.B. Kurs zum Schreiben lernen) einleiten zu können.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurden  zu vielen Themenbereichen der MGHs kleine Filmchen eingespielt, diverse Aufgaben vorgestellt und hervorgehoben, dass Beziehungsarbeit in den MGHs eine große Rolle spielt, das Kooperationsnetzwerk bei den Angeboten niedrigschwellige Zugänge  möglich macht und vor  allem, dass alle Generationen füreinander da sind!

Möchten auch Sie gerne unser MGH Johanneshaus in Hermeskeil und unsere Arbeit kennenlernen? Haben Sie Interesse an einem ehrenamtlichen Engagement in diversen Bereichen? Dann melden Sie sich gerne bei Kerstin Bettendorf für weitere Informationen.

k.bettendorf@mgh-johanneshaus.de oder 0152-54158967

Kerstin Bettendorf Koordinatorin im MGH