auch der Martinuspilgerweg gibt vieles her!

 

Am Dienstag den 30.01. besuchte Hans-Georg Reuter aus Trier das Mehrgenerationenhaus (MGH) Johanneshaus in Hermeskeil. Er ist Vorstandsmitglied und Regionalbeauftragter der St. Martinus-Gemeinschaft e.V. Rottenburg (Diözese Rottenburg-Stuttgart). Er hat mehrere Bücher zum Heiligen Martin veröffentlicht und ist ein ausgewiesener Spezialist.

 

An diesem Tag wurde in einem feierlichen Akt die Auszeichnung „Ort des Teilens“ an den Leiter des MGH, Christoph Eiffler, übergeben.

Mit der Begrüßung durch Christoph Eiffler hieß dieser die anwesenden Gäste, seine Mitarbeiter, die neue Leiterin der Tourist-Information Hermeskeil, die Presse und nicht zuletzt Hans Georg Reuter herzlich willkommen. Er sei sehr stolz auf diese Auszeichnung, erklärte Eiffler.

Der Beauftragte der St. Martinus-Gemeinschaft schilderte in prägnanten Sätzen das Leben von Sankt Martin. Geboren im Jahr 316 nach Christus in Sabaria (Szombathely im heutigen Ungarn), starb mit 81 Jahren, am 11. November 397 in Tours (Frankreich) beigesetzt und später heiliggesprochen. Er war Bischof von Tours.

Was viele nicht wüssten sei, dass der Heilige viel mit Trier zu tun habe. Bei Trier denke man zuerst mal an den Dom und die Römer. Aber auch Martin habe Trier viel gegeben und hier lange gewirkt, so Reuter.

Martin weilte zwischen 371 und 386 mehrfach in der römischen Kaiserstadt Trier, Spuren hat er in dieser Stadt, aber auch im Bistum hinterlassen: Es gibt im Bistum 75 Martinskirchen. Der Martinusweg geht auf 275 km durch das Bistum Trier.

Von Worms/Mainz/Bingen kommend führt der Weg über Guldental, Bad Kreuznach, Sponheim, Martinstein, Rhaunen, Hermeskeil, Hinzert, Morscheid, Mertesdorf nach Trier und weiter nach Wasserbillig. Er mache auch eine Schleife von Mertesdorf über Fell, Riol, Schweich, Trier-Pfalzel.

Bei der Begehung durch das Bistum Trier wurde darauf geachtet, dass die Landschaft von Hunsrück, Nahe- und Moseltal, Kunst und Kultur unterwegs im Fokus stehen. Der Martinusweg sei ein Fernwanderweg, der aber auch Sinn mache, wenn Menschen nur kurze Strecken gehen, um Martinsorte mit ihren sozialen und kulturellen Einrichtungen kennenzulernen.

Diesem außergewöhnlichen Weg hat dann auch der Europarat Rechnung getragen, indem sie dem hl. Martin als „einer europäischen Persönlichkeit“ 2005 einen eigenen Kulturweg von seinem Geburtsort bis Tours in Frankreich widmeten.

„Ort des ‚Teilens“, so Reuter, seien Plätze, an dem Pilger reinschauen und sich Leute treffen. Es seien Orte, wo ein Austausch stattfinde und Gemeinden eine lebendige Martinstradition haben. Hier denke er bei Hermeskeil an die Martinuskirche, die Martinusstraße und es gäbe sogar ein Brot, das nach dem Martinus benannt ist. Er hob die Aktivitäten des MGH -Johanneshaus- Hermeskeil hervor, das eine sehr große Vielfalt von Angeboten vorhalte. Nicht zuletzt sei bereits ca. 10 Jahren die Flüchtlingsarbeit durch den Förderverein „Blast the Borders“ aktiv.

Nach dem viel beachteten Vortrag überreichte Hans Georg Reuter dem Leiter des MGH Eiffler die Anerkennung als „Ort des Teilens“ in Form eines Aushangschildes. Hier im MGH könnten Pilger etwas zu essen und trinken bekommen, sofern sie sich vorher angemeldet haben. Sie könnten sich auch über die diakonische Arbeit informieren.

Hermeskeil befindet sich nun in guter Gesellschaft auf dem Martinusweg-Mittelroute Via Sancti Martini mit wie z. B. den Städten Wien, Passau, Landshut, Augsburg, Stuttgart, Speyer, Mainz, Trier, Reims, Paris und Andere, die Orte des Teilens sind.

Abschließend wurde zu einem gemeinsamen Mittagessen eingeladen.

(von Georg Steppuhn)